Hunger in Ostafrika: Hilfe kommt an
Am Horn von Afrika hat die Regenzeit eingesetzt. Nach Berichten aus Kenia, Äthiopien und Somalia müssen daher viele Menschen endlich nicht mehr dürsten und auch das Vieh findet etwas weniger karge Weiden vor. Anfang Oktober war es noch heiß und in den meisten Regionen staubtrocken. Allzu heftige Regenfälle behindern aber auch die humanitäre Hilfe für die hungernde Bevölkerung. Diese Hilfe ist noch immer dringend nötig, denn infolge der langen Dürre, unterentwickelter Infrastruktur und des Konflikts in Somalia können sich viele Menschen nicht selbst versorgen. Insgesamt leiden mehr als 12 Millionen Menschen unter der Hungersnot. Mehr als 6 Millionen Menschen haben bisher zu wenig oder kein sauberes Wasser zur Verfügung.Am größten ist die Not in Somalia und in den Flüchtlingslagern im Grenzgebiet zwischen Somalia, Kenia und Äthiopien. Hunderttausende drängen sich in der Hoffnung auf Nahrung, Sicherheit und medizinische Versorgung in Notunterkünften, in denen sich Krankheiten schnell ausbreiten können. Im Augenblick gefährdet zusätzlich die Malaria und das Dengue-Fieber das Leben vieler Kinder, besonders das der durch Unterernährung geschwächten Kinder. Aus Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, melden die UN die ersten Cholera-Fälle, weil sich die Hygiene-Situation verschlechtert hat.
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Zahl betroffener Patenkinder ist stark zurückgeganen und keines der Kinder ist gestorben. In ambulanten Ernährungszentren von World Vision werden immer mehr Kleinkinder und Mütter mit Aufbaunahrung und Vitaminpräaparaten versorgt, damit sie schnell wieder zu Kräften kommen. Die Kinder werden außerdem gegen Krankheiten geimpft und die Mütter kehren mit ganz neuen Kenntnissen zu Ernährung und Kleinkindpflege heim. Viele Dörfer sind jetzt an Wasserleitungen angeschlossen, haben Regenbecken erneuert oder sammeln Wasser in Tanks. Auch Ihre Spenden machen diese Hilfe möglich, beispielsweise in Laisamis in Kenia, in Puntland und in Somaliland. Und dies sind nur einige Beispiele für viele lebensrettende Hilfen, die World Vision derzeit in über 80 Projektgebieten umsetzt. Die Krise ist allerdings noch lange nicht beendet, und deshalb arbeitet World Vision gemeinsam mit Partnern wie Unicef, Aktion Deutschland Hilft und Regierungen an längerfristigen Lösungen. Unser Ziel ist dabei auch, die Selbsthilfe-Kräfte der Bevölkerung zu stärken, denn Dürren müssen nicht zum Hungertod führen.
Unsere Schwerpunkte der Hilfe:
- Aufbaunahrung und medizinische Versorgung für Kleinkinder und Mütter
- Wasserversorgung durch Brunnen und Wasserleitungen, Verbesserung der Hygiene
- Hilfe für Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge
- Unterstützung der Bauern und Viehhalter mit Saatgut, Tieren und technischen Hilfen
- Förderung eines nachhaltigen Ressourcen-Managements und einer besseren Vorratshaltung
- entwicklungspolitisches Engagement für ein besseres Krisenmanagement in Ostafrika und größere Investitionen in ländliche Entwicklung
Was wir bisher erreicht haben:
In
Kenia
haben die von der Dürre betroffenen deutschen Projektgebiete Marigat und Kolowa zusätzliche Brunnen mit Pumpen, Regenauffangbecken und Wasserleitungen gebaut, durch die jeweils mehrere Dörfer und Schulen mit Wasser versorgt werden können. In Zusammenarbeit mit der Regierung und dem Welternährungsprogramm wurden Nahrungsmittel an besonders bedürftige Haushalte ausgegeben und unterernährte Kinder behandelt. Frühere Trainings haben bereits bewirkt, dass mehr und mehr Familien nicht allein von der Viehzucht leben, sondern weitere Einkommensquellen haben. In ähnlicher Weise geht auch in anderen Regionen Nothilfe Hand in Hand mit Ernährungssicherung. Sehr angespannt ist die Situation aufgrund militärischer Aktivitäten leider an der kenianisch-somalischen Grenze und speziell in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Trotz der Sicherheitsprobleme arbeitet World Vision zur Zeit daran, in vier Lagern und umliegenden Dörfern eine dauerhafte Wasserversorgung herzustellen und die Hygiene durch Latrinen und Handwaschstationen zu verbessern.Mehr Informationen zu Kenia
Interview mit Marigat-Projektleiterin Judith Marisin
In
Äthiopien
benötigten 485.000 Menschen in 32 Projektregionen, vor allem im Süden und in der Somalia-Region, Nothilfe in Form von Nahrungsmitteln und Ernährungsberatung, Saatgut, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Die meisten der im Juli/August gegen Unterernährung therapierten Kinder sind inzwischen als geheilt entlassen. 7.573 Kleinkinder und 4.796 schwangere Frauen und stillende Mütter wurden im Oktober mit Zusatznahrung versorgt. In allen Projektgebieten erhielten Mitarbeiter der staatlichen Gesundheitsdienste Fortbildungen in der ambulanten Vorsorge und Behandlung von Unterernährung.Mehr Informationen zu Äthiopien
Reiseblog von Silvia Holten
Die Zuwanderung somalischer Flüchtlinge nach Äthiopien hält weiter an. In Dollo Ado werden zur Zeit täglich bis zu 600 Neuankömmlinge registriert. Eine von World Vision unterstützte mobile Klinik begann im September mit der Arbeit. World Vision Deutschland und Aktion Deutschland Hilft finanzieren die Einrichtung von Notschulen für Kinder und Jugendliche.
In
Somalia
selbst kann sich World Vision zum Teil nur über lokale Partner engagieren, da internationale Organisationen keinen Zutritt bekommen. Dennoch bildet World Vision somalische Mitarbeiter dafür aus, humanitäre Arbeit in ihrer Heimat zu leisten. Die Region Dolo im Grenzgebiet zu Äthiopien, deren Dörfer viele Flüchtlinge aufnehmen mussten, wird so bei der Wasserversorgung, der psychosozialen Betreuung von Kindern und bei der Basisgesundheitsversorgung unterstützt. Spenden aus Deutschland werden u.a. für die Ausstattung mobiler Kliniken eingesetzt. In Puntland und Somaliland, zwei international nicht anerkannten Republiken im Norden Somalias, gilt die Hilfe im Bereich Gesundheitsvorsorge, Ernährung und Wasserversorgung sowohl Binnenflüchtlingen als auch der von der Dürre betroffenen Bevölkerung.Mehr Informationen zu Somalia
Über die Kampagne "Stopp Hunger" wollen wir auch neue Paten und Patinnen für Kinder in Ostafrika finden, denn langfristiges Engagement in einer Region zahlt sich für die Kinder am meisten aus. So kennen die Bewohner des Antsokia-Tals im Hochland von Äthiopien schon lange keine Hungersnöte mehr. Sie haben mit Unterstützung von World Vision und vieler Paten Millionen Bäume gesplanzt, Terassen angelegt und neue Pflanzen eingeführt, deren Früchte heute auf viel besuchten Märkten verkauft werden.
Blogbeiträge zu "Stopp Hunger"
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